Unternehmensbewertung
Eine fundierte Bewertung ist die Grundlage jeder unternehmerischen Entscheidung — ob Verkauf, Nachfolge oder Beteiligung. Wir bewerten Software- und IT-Unternehmen nachvollziehbar, marktbasiert und mit tiefem Branchenverständnis.
Auf einen Blick
- Software- und IT-Unternehmen werden anders bewertet als klassische Mittelständler — ihr Wert steckt in immateriellen Werten wie wiederkehrenden Umsätzen, Kundenbeziehungen und geistigem Eigentum, nicht im Anlagevermögen.
- In jede Bewertung fließen mehr als 40 erfolgskritische Faktoren ein. Als vom BISG zertifizierte Sachverständige bewerten wir nach anerkannten Marktstandards (z. B. Ertragswertverfahren nach IDW S1, Multiplikator-Verfahren, DCF-Verfahren).
- Führend ist das Multiplikatorverfahren: Umsatz- und EBITDA-Multiplikatoren werden gemeinsam betrachtet und durch eine DCF-Gegenprobe abgesichert. Die Höhe des Multiplikators ergibt sich aus Marktvergleich und Unternehmensqualität.
- Die Bewertung liefert eine objektive Wertbandbreite — der tatsächliche Verkaufspreis entsteht erst im Markt und kann durch Käuferwettbewerb und strategischen Wert deutlich darüber liegen.
Was treibt den Wert von Software- und IT-Unternehmen?
Software- und IT-Unternehmen werden anders bewertet als klassische Mittelständler. Ihr Wert steckt nicht in Maschinen oder Gebäuden, sondern in immateriellen Werten — in Code und geistigem Eigentum, in Kundenbeziehungen und im Wissen der Mitarbeiter. Entsprechend gering ist der Kapitalbedarf, und entsprechend stark hängt der Wert von der Qualität des Geschäftsmodells ab: Wie wiederkehrend und planbar sind die Erlöse, wie skalierbar ist das Geschäft, und wie gut funktioniert es unabhängig von einzelnen Schlüsselpersonen?
In unserem Bewertungsansatz analysieren wir mehr als 40 erfolgskritische Faktoren. Als vom Bundesfachverband der IT-Sachverständigen und -Gutachter e.V. (BISG) zertifizierte Sachverständige für die Bewertung von IT-Unternehmen ziehen wir hierbei marktorientierte Multiples, das DCF-Verfahren sowie ein modifiziertes Ertragswertverfahren angelehnt an IDW S1 heran.
Einige dieser Faktoren wirken überproportional auf den Unternehmenswert. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl zentraler Werthebel.
| Werthebel | Erhöht den Unternehmenswert bei… |
|---|---|
| Umsatzqualität | hohem Anteil planbarer, wiederkehrender Umsätze |
| Wachstum | starkem Umsatzwachstum mit Neu- und Bestandskunden |
| Kundenkonzentration | geringer Abhängigkeit von einzelnen Großkunden |
| Organisation & Management | etablierten Strukturen mit starker zweiter Führungsebene |
| Profitabilität | nachhaltigen Margen und stabilem Mittelzufluss |
| Kundenbeziehungen | langen, stabilen Beziehungen über eine breite Kundenbasis |
| Marktumfeld | führender Marktposition in wachsenden Märkten |
Wie werden IT-Unternehmen bewertet?
Führend ist in der Praxis das Multiplikatorverfahren. Dabei betrachten wir stets Umsatz- und EBITDA-Multiplikatoren gemeinsam — denn beide Größen beleuchten unterschiedliche Seiten des Unternehmens. Der Umsatzmultiplikator erfasst Wachstum und Skalierungspotenzial, während der EBITDA-Multiplikator die operative Ertragskraft abbildet. Erst im Zusammenspiel ergibt sich ein belastbares Wertbild: Ein schnell wachsendes Unternehmen mit noch geringer Marge wird über den Umsatz fairer bewertet, ein etabliertes, profitables Unternehmen über das EBITDA.
Welcher Multiplikator konkret angesetzt wird, ergibt sich aus dem Marktvergleich mit börsennotierten Unternehmen und realisierten Transaktionen sowie aus den in unserer Analyse betrachteten erfolgskritischen Faktoren. Sie entscheiden darüber, ob ein Unternehmen am oberen oder unteren Ende der marktüblichen Bandbreite bewertet wird — so übersetzt sich die Qualität des Geschäftsmodells direkt in den angesetzten Multiplikator.
Ergänzend nutzen wir zum Vergleich bei schnell wachsenden Unternehmen, die noch keine hohen Gewinne erwirtschaften, das Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF), bei dem sich der Wert aus den abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen ergibt.
Bei etablierten Unternehmen mit planbaren Erträgen ziehen wir ein modifiziertes Ertragswertverfahren nach IDW S1 heran. Es bildet die individuelle Ertragskraft genauer ab, erfordert aber eine belastbare Planung — und dient uns als Gegenprobe zum marktbasierten Multiplikatorwert. Der IDW-S1-Ansatz setzt eine fundierte, plausible Historie voraus und berücksichtigt auch steuerliche Aspekte zukünftiger Gewinne. Für Start-ups oder Unternehmen in der Skalierung ist er zu starr und unflexibel.
Zur Einordnung von stark wachsenden, aber (noch) schwach profitablen Unternehmen wird u. a. auch die „Rule of 40“ herangezogen: Dabei werden die EBITDA-Marge und das prozentuale Umsatzwachstum des Unternehmens zusammengezählt. Unternehmen mit einem Wert von mehr als 40 gelten in der SaaS-Welt als hochattraktiv und werden entsprechend mit einem Premium bewertet. Anhand einer „Rule of 40“-Segmentierung lässt sich zudem beurteilen, ob ein Unternehmen eher mit einem Umsatz- oder einem EBITDA-Multiple bewertet wird.
| Bezugsgröße | Erfasst vor allem | Aussagekraft |
|---|---|---|
| Umsatz-Multiplikator | Wachstum und Skalierungspotenzial | besonders relevant bei wachstumsstarken, wiederkehrenden Erlösmodellen |
| EBITDA-Multiplikator | operative Ertragskraft | besonders relevant bei etablierten, profitablen Unternehmen |
| DCF (Gegenprobe) | individueller, zukunftsorientierter Cashflow bei stark wachsenden Unternehmen mit eher geringer Historie | sichert den marktbasierten Wert unternehmensspezifisch ab |
Welchen Einfluss hat KI auf meinen Unternehmenswert?
KI verändert die Bewertung von Software- und IT-Unternehmen grundlegend — Käufer prüfen heute systematisch, ob KI das Geschäftsmodell stärkt oder bedroht und welche Schritte das Unternehmen im Hinblick auf KI-Resilienz sowie den Ausbau eigener KI-Funktionalität schon eingeleitet hat.
Wertsteigernd wirkt KI, wenn sie nachweisbar die Effizienz erhöht (höhere Margen durch Automatisierung), das Produkt verbessert (Kundenbindung, neue Funktionen) oder neue Erlösquellen erschließt. Besonders werthaltig ist, wenn KI-gestützte Software nicht mehr nur das begrenzte Software-Budget adressiert, sondern Teile des deutlich größeren Personalbudgets der Kunden — indem sie Arbeit tatsächlich übernimmt statt sie nur zu unterstützen.
Wertmindernd wirkt KI, wenn das Geschäftsmodell selbst angreifbar wird. Unter besonderem Druck stehen nutzerbasierte Lizenzmodelle (Seat-based Pricing): Wenn KI-Agenten einzelne Anwender ersetzen, sinkt die Zahl der bezahlten Lizenzen und die Erlöse schrumpfen. Gefährdet sind außerdem leicht replizierbare Funktionen ohne proprietäre Datenbasis, ohne Schreibrechte in regulierte Systeme und ohne tiefe Verankerung in den Arbeitsabläufen der Kunden.
Wie unterscheidet sich der Bewertungs- vom Verkaufspreis?
Eine Bewertung liefert eine objektivierte, methodisch fundierte Wertbandbreite — sie ist die rationale Grundlage jeder Entscheidung und jeder Verhandlung. Der tatsächliche Verkaufspreis entsteht jedoch erst im Markt.
Er hängt davon ab, wie viele Käufer sich für ein Unternehmen interessieren, welchen strategischen Wert es für den einzelnen Käufer hat und wie professionell der Verkaufsprozess geführt wird. Ein strategischer Käufer, der Synergien realisieren kann, zahlt häufig mehr als ein rein renditeorientierter Investor — und ein strukturierter Bieterprozess mit mehreren Interessenten hebt den Preis spürbar.
Was ist Ihr Unternehmen wert?
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